Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab

Startschuss „Blühender Neustädter Schulhügel“ und Auszeichnung für das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden

Meldung vom 02.10.2020 Am Montag, den 28.09.2020 fanden an der Lobkowitz-Realschule Neustadt an der Waldnaab gleich zwei blühende Termine statt. Landrat Andreas Meier, Dr. Stephan Niederleitner (Blühpaktmanager des StMUV), Reinhold Witt (Leiter des AELF Weiden), Vertreter der sechs Neustädter Schulen sowie die Kreisfachberaterinnen Dagmar Thimm-Böhringer und Maria Treiber fanden hierzu in der Aula der Realschule zusammen.

Startschuss für das Projekt "Blühender Neustädter Schulhügel"

 Zum einen erfolgte der Startschuss für das Projekt „Blühender Neustädter Schulhügel“ mit der Aussaat der ersten Blühfläche vor der Lobkowitz-Realschule. Landrat Andreas Meier konnte an diesem Tag aber auch die Urkunde sowie das Türschild zur staatlichen Auszeichnung „Blühender Betrieb“ an den Leiter des AELF Weiden, Reinhold Witt übergeben. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden hat die Blühpaktmaßnahmen nämlich schon umgesetzt.

In seinem Grußwort lobte Dr. Stephan Niederleitner den Landkreis NEW für seine zahlreichen Anmeldungen für das Projekt „Blühpakt Bayern“. „Im Landkreis Neustadt gibt es so viele Anmeldungen wie sonst normalerweise  in einem ganzen Regierungsbezirk“, so Niederleitner. Er hob im Besonderen hervor, dass sich alle sechs Schulen am Schulhügel in Neustadt bereit erklärt haben, ihre Freiflächen für das Projekt Blühpakt Bayern zur Verfügung zu stellen.

Landrat Andreas Meier hob die Wichtigkeit des Artenschutzes hervor. Biodiversität beginne bereits in den Köpfen, so Meier. Der Schulhügel sei für dieses Projekt ein geradezu prädestinierter Ort, um bereits den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung dieses Themas näher zu bringen.

Realschulleiterin Irene Sebald schloss sich mit den Worten an, es sei eine große Freude, dass im Jubiläumsjahr zum 70-jährigen Bestehen der Lobkowitz-Realschule dieses Projekt an den Start gehe. Die Schülerinnen und Schüler können so die Entwicklung der Blühflächen direkt auf dem Schulgelände live miterleben.

Im Anschluss erläuterten die Gartenfachberaterinnen des Landkreises, Dagmar Thimm-Böhringer und Maria Treiber das Projekt „Blühender Neustädter Schulhügel“ genauer.

Danach wurde die erste Blühfläche von allen Beteiligten neu eingesät. Sie befindet sich auf der direkt an die Aula angrenzenden Freifläche.

Die zwei aktuellen Projekte vom Landkreis Neustadt an der Waldnaab genauer erläutert:

Seit 2019 entwickelt das Landratsamt Neustadt an der Waldnaab in Zusammenarbeit mit dem Blühpakt Bayern blüh- und bienenfreundliche Konzepte für die Außenanlagen im Landkreis.

Der Blühpakt Bayern im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) engagiert sich unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Artenvielfalt“ für den Insektenschutz. Er ist bei der Gestaltung von gewerblichen und öffentlichen Flächen beratend tätig und zeichnet vorbildliche Projekte aus.

1. Außenanlagen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden
Aktuell: Auszeichnung und Übergabe der Urkunde „Blühender Betrieb“

Unter dem Motto „Mehr Biodiversität für Gärten und Außenanlagen“ wird am AELF die Umwandlung der Grünflächen in dauerhafte Blühflächen vollzogen. Auf Initiative von Herrn Reinhold Witt (Behördenleiter AELF Weiden) wurde im letzten Jahr das Team vom Blühpakt Bayern als Berater hinzugezogen. Die Voraussetzungen zur Auszeichnung zum „Blühenden Betrieb“ wurden definiert. Dazu gehört beispielsweise, auf chemische Pflanzenschutzmittel und Torf vollkommen zu verzichten sowie mindestens 20 Prozent der Freiflächen naturnah und insektenfreundlich zu gestalten. Die Kreisfachberatung/Landratsamt erstellte einen Gestaltungsplan im Maßstab 1:200, auf dem neue Flächennutzungen zugewiesen wurden.

Die Umsetzung startete 2020. Etwa 1.400 qm (das ist mehr als die vom Blühpakt Bayern geforderten 20 % der Gesamtfläche) wurden in Blühflächen umgewandelt, Wild-sträucher als Vogelnähr- und Brutgehölz gepflanzt, Totholz- und Lesesteinhaufen als Unterschlupf-Angebot für Kleintiere ergänzt. Im Schulgarten blüht und summt es und sogar die kahlköpfige rote Waldameise hat sich in dem Areal angesiedelt. Jetzt im Herbst werden auf dem gesamten Gelände noch Wildrosen ergänzt und Wildblumen-zwiebeln gesetzt.

Die Außenanlagen am AELF erfüllen alle Bedingungen für die Auszeichnung zum „Blühenden Betrieb“. Am 28.09.2020 wurde das Landwirtschaftsamt Weiden als 50. Blühender Betrieb in Bayern ausgezeichnet.

 

2. Startschuss „Blühender Neustädter Schulhügel“:
Aktuell: Vorstellung des Grünflächen-Konzepts

In Anlehnung an den „Blühenden Betrieb“ am AELF ist im letzten Jahr die Idee entstanden, am Schulhügel in Neustadt an der Waldnaab „Blühende Schulen“ zu entwickeln. Unsere Schulen sollen ein ideales Umfeld bilden, um Umweltbildung zu fördern, Akzeptanz zu schaffen und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Alle 6 Schulen am Schulhügel (Gymnasium, Realschule, Förderschule, Berufsschul-zentrum, Grundschule und Mittelschule) entschlossen sich innerhalb kurzer Zeit für ein gemeinsames Vorgehen und meldeten sich als Teilnehmer beim Blühpakt Bayern an. Somit kann das Projekt jetzt den Namen „Blühender Neustädter Schulhügel“ erhalten.

Für die blüh- und bienenfreundliche Gestaltung der Flächen sollen neue Lebensräume geschaffen, entwickelt und vernetzt werden. Der Blühpakt Bayern erstellte für die einzelnen Schulen Gestaltungsvorschläge mit Maßnahmenlisten.

Die Kreisfachberatung vom Landratsamt entwickelte auf der Grundlage dieser Vorschläge ein Konzept für die Außenanlagen in Form von Übersichtsplänen im Maßstab 1:250.

Die Kreisfachberatung stellte das Grünflächen- und Bepflanzungskonzept vor.

Auf den großflächigen Außenanlagen der 6 Schulen werden alte, starre Bepflanzungs-strukturen in lebendige, dynamische Grünflächen umgewandelt. Aus vorhandenen Rasenflächen werden Blumenwiesen. Ein Blühflächen-Netzwerk entsteht, das sich über alle Schulen erstreckt.

Diese Blühflächen können grob in 4 Kategorien eingeteilt werden:

  • begehbare Rasenflächen mit Blumenkräuterrasen-Ansaat (Verringerung des Mähaufwands)
  • Blühwiesen mir 2-maliger Mahd (vorgesehen für den Großteil der vorhandenen Rasenflächen, bis zu 8.000 qm)
  • Blumenhecken-Ansaat und Pflanzung von pflegeleichten Staudenmischpflanzungen
  • Blumenschotterrasen-Ansaat (auf Feuerwehrzufahrten, Schotterflächen)

 

Neue Bäume werden unter dem Motto „Altes und Neues“ gepflanzt:

  • Obstbäume mit alten, gebietstypischen Sorten
  • Klimabäume

Neue, lebendige Gehölzstrukturen in Verbindung mit Totholz- und Steinlesehaufen bieten Vögeln, Kleintieren und Insekten Lebensraum. Für diese verschiedenen Heckenstrukturen kommt eine spezielle Ansaat für Gehölzunterpflanzung zur Anwendung. Dem Holunderstrauch als „Landkreispflanze“ soll durch die Pflanzung an exponierten Stellen besondere Beachtung geschenkt werden.