Die rund 900 Meter lange Ortsumgehung mit einer etwa 307 Meter langen Talbrücke über die Haidenaab zählt zu den bedeutendsten Straßenbauprojekten im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Mit Investitionskosten von ca. 27,8 Millionen Euro soll sie künftig den Markt Mantel deutlich vom Durchgangsverkehr entlasten und die Verkehrssicherheit im Ortskern verbessern. Bis zu 60 Prozent weniger Durchgangsverkehr – besonders der Schwerlastverkehr – wird die Umgehung voraussichtlich den Bürgerinnen und Bürgern in Mantel an Entlastung bringen.
Landrat Andreas Meier erinnerte in seiner Ansprache an die lange Vorgeschichte des Projekts. Die Planungen reichen mehrere Jahrzehnte zurück und sind Teil der schrittweisen Verlegung der Kreisstraße NEW 21 aus den Ortskernen entlang der Strecke. Nach den bereits realisierten Ortsumgehungen von Etzenricht und Weiherhammer werde nun auch Mantel vom Durchgangsverkehr entlastet.

„Heute beginnt nicht nur eine Baumaßnahme, sondern ein neues Kapitel für Mantel“, betonte Meier. Die Ortsumgehung sei kein Prestigeprojekt, sondern eine Maßnahme für mehr Lebensqualität, mehr Sicherheit und eine nachhaltige Entwicklung des Ortes. Gleichzeitig würdigte er die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten – von den Fachbehörden über die Planer bis hin zum Landesbund für Vogelschutz, mit dem im vergangenen Jahr eine einvernehmliche Lösung erzielt werden konnte. „Die Ortsumgehung Mantel ist kein Erfolg einer einzelnen Gruppierung oder eines einzelnen Amtes. Sie ist ein gemeinsamer Erfolg für Mantel“ unterstrich der Landkreischef abschließend.
Ltd. Baudirektor Tobias Bäumler stellte die technischen Eckdaten und den geplanten Bauablauf vor. Die Bauzeit wird voraussichtlich rund drei Jahre betragen. Nach vorbereitenden Maßnahmen und dem Bau des Kreisverkehrs am Ortsausgang von Mantel sollen in den kommenden Jahren die Brückenbauwerke sowie die neue Trasse entstehen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
Baudirektor Robert Köhl von der Regierung der Oberpfalz unterstrich die besondere Bedeutung der Maßnahme. Während auf vergleichbaren Staats- und Kreisstraßen im Durchschnitt etwa 1.700 Fahrzeuge pro Tag unterwegs seien, liege die Verkehrsbelastung in Mantel bei nahezu 5.000 Fahrzeugen täglich. Die Ortsumgehung werde daher eine spürbare Entlastung für die Bevölkerung bringen und sei ein Paradebeispiel für eine förderwürdige Infrastrukturmaßnahme.
Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Oetzinger, selbst ehemaliger Bürgermeister von Mantel, zeigte sich erfreut über den Baubeginn. Die Ortsumgehung habe bereits seine Amtszeit und die seiner Vorgänger geprägt. Erste Überlegungen dazu seien bereits Mitte der 1970er Jahre angestellt worden. Umso größer sei nun die Freude, dass das Projekt tatsächlich umgesetzt werde und die Bürgerinnen und Bürger künftig von einer deutlichen Verkehrsberuhigung profitieren könnten.
Auch Bürgermeister Richard Kammerer sprach von einem historischen Tag für Mantel. Mit der Verlagerung des Durchgangsverkehrs eröffnen sich neue Chancen für die Entwicklung des Ortskerns und die städtebauliche Weiterentwicklung des Marktes. Besonders die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der bisherigen Ortsdurchfahrt würden von der Entlastung profitieren.

Nach den Grußworten erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Damit wurde der offizielle Startschuss für ein Projekt gegeben, auf das Mantel und die gesamte Region seit vielen Jahren gewartet haben. Mit der Ortsumgehung soll nicht nur die Verkehrsverbindung zwischen der B 299 und der A 93 leistungsfähiger werden, sondern vor allem die Lebensqualität im Ort nachhaltig verbessert werden.

Info zur Baumaßnahme
- Länge der Ortsumgehung: ca. 900 Meter
- Davon als Brückenbauwerk ausgeführt: ca. 320 Meter
- Investitionsvolumen: rund 27,8 Millionen Euro
- Größtes Bauwerk: Haidenaabbrücke mit 307 Metern Länge
- Geplante Bauzeit: rund drei Jahre
- Voraussichtliche Fertigstellung: 2029
- Bauherr: Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab
- Umsetzung: Staatliches Bauamt Amberg-Sulzbach

