Sehr gute Sicherheitslage und Spitzenwerte bei der Aufklärung
Die kriminalstatistischen Zahlen zeigen insgesamt eine positive Entwicklung. Die Gesamtzahl der Straftaten (ohne Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz) ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,03 Prozent auf 3.211 Fälle gesunken. Auch die sogenannte Häufigkeitszahl – also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – ging zurück und liegt weiterhin deutlich unter dem Oberpfälzer und bayernweiten Durchschnitt.
Besonders hervorzuheben ist die hohe Aufklärungsquote von 78,9 Prozent, die erneut einen Spitzenwert darstellt. Damit belegt der Landkreis Neustadt bayernweit Platz 3.
„Das Entdeckungsrisiko für Straftäter im Landkreis ist immens. Der Spitzenplatz bei der Aufklärungsquote ist ein starkes Signal für die Sicherheit der Bevölkerung“ brachte es Polizeivizepräsident Robert Fuchs auf den Punkt.
Rückgänge bei zentralen Deliktsbereichen
In mehreren für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders wichtigen Bereichen konnten deutliche Rückgänge verzeichnet werden:
- Gewaltkriminalität: Rückgang um rund 24 Prozent auf den niedrigsten Stand im 10-Jahres-Vergleich
- Straßenkriminalität: Rückgang um 4,5 Prozent
- Sachbeschädigungen: Rückgang um 8,6 Prozent
- Diebstahlsdelikte: Rückgang um 15,4 Prozent
Gleichzeitig blieb die Aufklärungsquote insbesondere bei schweren Delikten auf einem hohen Niveau. Bei der Gewaltkriminalität lag sie bei 90 Prozent.
Ein leichter Anstieg wurde bei Wohnungseinbrüchen registriert (von 12 auf 15 Fälle), allerdings weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Zudem blieben von den 15 Delikten 8 im Versuchsstadium stecken.
Gerade beim Thema Wohnungseinbruch setzt die Polizei neben konsequenter Ermittlungsarbeit verstärkt auf die Mitwirkung der Bevölkerung. Ein wichtiger Baustein ist dabei die eigene Vorsorge: Bereits einfache Maßnahmen wie das konsequente Abschließen von Türen und Fenstern oder das Schließen von Garagentoren können Einbrechern den Zugang erheblich erschweren.
Ebenso entscheidend ist eine aufmerksame Nachbarschaft. Ungewöhnliche Beobachtungen, etwa unbekannte Personen oder Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen in Wohngebieten, die sich auffällig verhalten, sollten der Polizei gemeldet werden. Jede Mitteilung kann dazu beitragen, Straftaten zu verhindern und Täter frühzeitig zu erkennen.
Entwicklung im Rauschgiftbereich und neue gesetzliche Rahmenbedingungen
Die Rauschgiftkriminalität ging im Jahr 2025 um rund 14 Prozent zurück. Dies steht auch im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis sowie erfolgreichen Ermittlungen in den vergangenen Jahren. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt mit über 93 Prozent auf einem sehr hohen Niveau.
Gleichzeitig zeigt sich ein differenziertes Bild: Während klassische Drogen wie Crystal oder Heroin rückläufig sind, nehmen andere Substanzen wie Kokain zu. Die Nachfrage nach Betäubungsmitteln bleibt insgesamt bestehen.
Asyl- und Migrationslage ohne besondere Auffälligkeiten
Auch die Lage im Bereich der Asylbewerberunterkünfte ist weiterhin unauffällig. Die Auslastung der Einrichtungen ist rückläufig, und der Landkreis liegt bei Einsätzen und Straftaten im Zusammenhang mit Unterkünften deutlich unter den Spitzenwerten in der Oberpfalz.
Verkehrslage: Weniger schwere Unfälle, aber steigende Gesamtzahlen
Im Bereich Verkehrssicherheit zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Gesamtzahl der Unfälle: Anstieg auf 3.016
- Unfälle mit Personenschäden: Rückgang auf 249
- Verkehrstote: Rückgang auf 4 (niedrigster Stand im 10-Jahres-Vergleich)
„Es ist erfreulich, dass die Unfallzahlen mit Personenschäden im Landkreis entgegen dem Oberpfälzer Trend rückläufig sind“ fasste Polizeioberrat Heiko Sedelmeier zusammen. Besonders kritisch bleibt das Thema Geschwindigkeit: „Jeder dritte Verkehrstote ist auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen“, so Sedelmeier.
Auch Alkohol- und Geschwindigkeitsunfälle gingen zurück. Dagegen wurde ein leichter Anstieg bei Unfällen unter Drogeneinfluss festgestellt.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentrales Ergebnis des Sicherheitsgesprächs ist die Bedeutung der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Polizeivizepräsident Robert Fuchs hob hervor: „Sicherheit funktioniert nur gemeinsam. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Behörden ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.“
Auch Landrat Andreas Meier konnte dem beipflichten: „Das Erfolgsrezept für die gute Sicherheitslage ist die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die positive Entwicklung ist maßgeblich der engagierten und professionellen Arbeit unserer Polizistinnen und Polizisten zu verdanken.“
Positives Gesamtfazit
Die Zahlen und Entwicklungen bestätigen insgesamt eine stabile und gute Sicherheitslage im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die Kriminalitätsbelastung ist weiterhin unter dem Durchschnitt, verbunden mit einer hohen Aufklärungsquote auf Spitzenniveau. Außerdem sind Rückgänge bei zentralen Deliktsfeldern zu verzeichnen, sowie ein positiver Trend bei schweren Verkehrsunfällen.
„Die Menschen können im Landkreis Neustadt sicher leben. Dass wir bayernweit an der Spitze stehen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit und einer hervorragend funktionierenden Zusammenarbeit aller Beteiligten“ freute sich der Landkreischef.
Auch Polizeivizepräsident Fuchs zog ein klar positives Fazit: „Der Landkreis Neustadt an der Waldnaab bleibt eine Region mit einem hohen Maß an Sicherheit.“
Am Sicherheitsgespräch haben teilgenommen:
- Polizei
- Polizeivizepräsident Robert Fuchs, PP Oberpfalz
- Polizeioberrat Heiko Sedelmaier, PP Oberpfalz, Sachgebiet E2
- KOR Andreas Schieder, Leiter Kriminalpolizeiinspektion Weiden i.d.OPf.
- EPHK Stefan Weinberger, Leiter Polizeiinspektion Neustadt/WN
- PHK Markus Günther, stv. Leiter Polizeiinspektion Neustadt/WN
- EPHK Thorsten Fiebiger, Leiter Polizeiinspektion Eschenbach i.d.OPf.
- EPHK Wolfgang Achtert, Leiter Polizeiinspektion Vohenstrauß
- EPHK Georg Ziegler, Leiter Verkehrspolizeiinspektion Weiden i.d.OPf.
- EPHK Thomas Meiler, Leiter Grenzpolizeiinspektion Waidhaus
- PHKin+ Nicole Götz, Präsidialbüro PP Oberpfalz
- Landratsamt
- Landrat Andreas Meier
- ORRin Constanze Schmucker, Abt.-Leiterin Bauwesen und stv. Abt.-Leiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung
- OVRin Claudia Prößl, Abt.-Leiterin Zentrale Angelegenheiten
- Michael Giehl, Arbeitsbereichsleiter Katastrophenschutz
- Marcel Weidner, Pressesprecher LRA Neustadt/WN
Sicherheitsbericht für die Oberpfalz auf der Website des Polizeipräsidiums Oberpfalz:
https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/099977/index.html


