Kreisbaumeisterin Katharina Sauer-Ertl begrüßte die Anwesenden zu Beginn der Feierstunde und führte durch das Programm. Im Anschluss würdigten Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Oetzinger, Vohenstrauß‘ Bürgermeister Uli Münchmeier sowie Architekt Prof. Piero Bruno die Bedeutung des Projekts. Das denkmalgeschützte Gebäude, auch als „Altes Forstamt“ bekannt, zählt zu den geschichtlich bedeutenden Bauwerken im Umfeld der Friedrichsburg. Der ehemalige Marstall und das spätere Ökonomiegebäude wurden vermutlich im Jahr 1591 errichtet. Damit gehört das Kavaliersgebäude zu den ältesten erhaltenen Gebäuden in Vohenstrauß. Über viele Jahrzehnte stand es leer, ehe der Landkreis im Herbst 2021 mit der umfangreichen Sanierung und Umnutzung begann.

Landrat Andreas Meier betonte in seinem Grußwort die besondere Bedeutung des Gebäudes für den Landkreis und die Stadt Vohenstrauß. Mit der Sanierung bekenne sich der Landkreis klar zu seinen Standorten in den ehemaligen Altlandkreisen. „Wir schaffen hier nicht nur ein modernes Verwaltungsgebäude, sondern stärken zugleich den Standort Vohenstrauß und geben einem historisch bedeutenden Gebäude eine neue Zukunft“, so Meier. Sein Dank galt den Mitgliedern des Kreistages und des Bau- und Vergabeausschusses, den Fördermittelgebern, den Planern, den ausführenden Firmen sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Projekt begleitet haben.
Künftig wird das Kavaliersgebäude im Erdgeschoss von der Volkshochschule Vohenstrauß genutzt. Dort stehen moderne Schulungs- und Verwaltungsräume zur Verfügung. Im Obergeschoss ziehen die Kfz-Zulassungsstelle sowie die Führerscheinstelle des Landratsamtes Neustadt an der Waldnaab ein. Das Dachgeschoss dient als Technik- und Lagerbereich. Damit verbindet das Gebäude künftig Bürgerservice und Bildung unter einem Dach.
Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Oetzinger hob die gelungene Verbindung von Denkmalschutz und moderner Nutzung hervor. Die Sanierung zeige, wie historische Bausubstanz bewahrt und zugleich für die Gegenwart nutzbar gemacht werden könne. Sein Dank galt auch dem Freistaat Bayern und den weiteren Fördermittelgebern, die das Projekt maßgeblich unterstützt haben.
Auch Bürgermeister Uli Münchmeier bezeichnete die Einweihung als wichtigen Tag für Vohenstrauß. Das Kavaliersgebäude sei ein weiterer Baustein in der kontinuierlichen Entwicklung des historischen Ensembles rund um die Friedrichsburg und das ehemalige Amtsgerichtsgebäude. Er dankte dem Landkreis dafür, mit der Sanierung ein klares Zeichen für den Standort Vohenstrauß zu setzen.

Architekt Prof. Piero Bruno ging in seinem Grußwort auf die architektonischen und bautechnischen Besonderheiten des Gebäudes ein. Ziel sei es gewesen, die historische Bausubstanz sichtbar und erlebbar zu erhalten und gleichzeitig moderne, barrierefreie und funktionale Räume zu schaffen. Denkmalschutz und zeitgemäße Nutzung seien dabei kein Widerspruch. Das Kavaliersgebäude sei ein positives Beispiel dafür, wie historische Gebäude behutsam in die Moderne überführt werden können.
Im Anschluss übergab Prof. Bruno gemeinsam mit dem Architektenteam symbolisch den Schlüssel an Landrat Andreas Meier. Danach spendeten Pfarrerin Carmen Riebl und Pfarrer Dekan Alexander Hösl gemeinsam den ökumenischen Segen für das Gebäude und das neu angebrachte Kreuz.

Die Sanierung des Kavaliersgebäudes war baulich anspruchsvoll. Zu den wichtigsten Arbeiten gehörten unter anderem die Sicherung der Gewölbedecke im Erdgeschoss, die denkmalgerechte Ertüchtigung des historischen Dachstuhls, die Sicherung der Fachwerkwände im Obergeschoss, die Sanierung historischer Stuckdecken sowie die barrierefreie Erschließung aller Ebenen durch einen Aufzug. Auch Brandschutz, Haustechnik, Beleuchtung und energetische Ausstattung wurden umfassend erneuert. Die Wärmeversorgung erfolgt über Wärmepumpen; zudem wurden Fußboden- und Wandheizungen eingebaut.
Die Gesamtkosten belaufen sich aktuell auf rund 6,7 Millionen Euro. Davon werden rund 3,1 Millionen Euro durch Fördermittel gedeckt. Unter anderem fließen Mittel aus der Städtebauförderung der Regierung der Oberpfalz, aus dem Entschädigungsfonds des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowie vom Bezirk der Oberpfalz ein. Auch die Stadt Vohenstrauß beteiligt sich mit einem kommunalen Anteil.
Im Anschluss an die Feierstunde bestand für die Gäste die Möglichkeit, sich in das Goldene Buch des Landkreises einzutragen und an Führungen durch das Gebäude mit den Architekten Prof. Piero Bruno und Tobias Rabold teilzunehmen.

Die neue Außenstelle des Landratsamtes nimmt Mitte Juli ihren regulären Dienstbetrieb auf. Die bisherige Zulassungs- und Führerscheinstelle in Vohenstrauß ist wegen des Umzugs vom 9. bis einschließlich 12. Juli geschlossen. Ab dem 13. Juli 2026 stehen die neuen Räumlichkeiten im Kavaliersgebäude für den Publikumsverkehr zur Verfügung. Die Volkshochschule Vohenstrauß zieht ebenfalls in den kommenden Wochen ein und wird ab Beginn des neuen Schuljahres im September ihre Kurse im generalsanierten Gebäude anbieten.
Auch die Öffentlichkeit erhält Gelegenheit, das Gebäude zu besichtigen: Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals am 13. September 2026 sind Führungen durch das Kavaliersgebäude geplant. Weitere Informationen dazu werden rechtzeitig bekanntgegeben.

