Gut durch den Sommer - Tipps für einen widerstandsfähigen Garten

Wie ein Garten angelegt und bewässert wird, entscheiden grundsätzlich die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer. Sobald ein Wasserversorger allerdings Kapazitätsengpässe feststellt und für sein Versorgungsgebiet Einschränkungen anordnet, sind diese Vorgaben zu beachten.

Standortgerechte Pflanzen auswählen

Nicht jede Pflanze kommt mit jedem Standort gleich gut zurecht. Für sonnige und trockene Bereiche eignen sich Arten, die Hitze vertragen und mit vergleichsweise wenig Wasser auskommen. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Salbei- und Thymianarten, Lavendel, Schafgarbe, Katzenminze, Fetthenne oder trockenheitsverträgliche Gräser.

Entscheidend ist nicht allein die Pflanzenart, sondern auch der passende Standort. Eine Pflanze, die sich an ihrem Platz wohlfühlt, entwickelt kräftigere Wurzeln und kommt in der Regel besser durch trockene Zeiten.

Bei der Neuanlage oder Umgestaltung von Beeten kann es deshalb sinnvoll sein, empfindliche Pflanzen schrittweise durch robustere Arten zu ersetzen. Bestehende Gärten müssen dafür nicht vollständig umgebaut werden. Oft reichen einzelne Veränderungen, die nach und nach vorgenommen werden können.

Rasenflächen neu denken

Ein gepflegter Rasen kann selbstverständlich weiterhin Teil des Gartens bleiben. Er benötigt während längerer Trockenperioden allerdings vergleichsweise viel Wasser und Pflege. Wer den Aufwand reduzieren möchte, kann wenig genutzte Teilflächen in Blumenwiesen, Staudenbeete oder Flächen mit begehbaren Bodendeckern umwandeln.

Auch eine Kombination ist möglich: Häufig genutzte Bereiche bleiben als Rasen erhalten, während Randbereiche, Böschungen oder schwer zugängliche Stellen naturnäher gestaltet werden. Blühflächen bieten zudem Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere Tiere.

Bei Trockenheit sollte Rasen nicht zu kurz gemäht werden. Etwas längere Halme beschatten den Boden und verringern die Verdunstung. Eine vorübergehende Braunfärbung bedeutet außerdem nicht zwangsläufig, dass der Rasen dauerhaft geschädigt ist. Viele Gräser treiben nach ausreichendem Niederschlag wieder aus.

Richtig bewässern

Beim Gießen kommt es vor allem auf den Zeitpunkt und die Menge an. Sinnvoller als häufiges oberflächliches Wässern ist in der Regel eine gründliche Bewässerung in größeren Abständen. Dadurch dringt das Wasser tiefer in den Boden ein und die Pflanzen bilden kräftigere Wurzeln.

Die frühen Morgenstunden eignen sich besonders gut. Dann ist der Boden noch kühl und nur ein geringer Teil des Wassers verdunstet. Gegossen werden sollte möglichst direkt im Wurzelbereich. Frisch gepflanzte Bäume, Sträucher und Stauden benötigen in den ersten Jahren weiterhin besondere Aufmerksamkeit, da ihr Wurzelsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Wo es möglich ist, kann Regenwasser in Tonnen oder Zisternen gesammelt und später zur Gartenbewässerung genutzt werden.

Boden vor Austrocknung schützen

Offener Boden verliert bei Hitze schnell Feuchtigkeit. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub, Holzhäcksel oder anderem geeignetem organischem Material schützt die Oberfläche vor direkter Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig wird das Bodenleben gefördert.

Auch eine dichte Bepflanzung hilft: Bodendecker und Stauden beschatten den Boden, sodass weniger Wasser verdunstet. Kompost kann darüber hinaus die Bodenstruktur verbessern. Insbesondere sandige Böden können dadurch Wasser besser speichern.

Naturnahe Gärten helfen Flora und Fauna

Naturnahe Gärten verbinden eine robuste Bepflanzung mit Lebensräumen für Tiere. Heimische Gehölze, blühende Stauden, Kräuter, kleinere Wasserstellen, Totholz oder ungemähte Randbereiche bieten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten.

Das Thema Wasser betrifft dabei nicht nur private Gärten. Viele ökologisch wertvolle Bereiche im Landkreis NEW sind unmittelbar von Flüssen, Bächen, Auen und anderen Wasserflächen abhängig. Dazu gehören verschiedene FFH-Gebiete sowie das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Großer Rußweiher“. Sinkende Wasserstände und länger anhaltende Trockenheit können sich dort auf seltene Pflanzen- und Tierarten auswirken.

Veränderungen Schritt für Schritt umsetzen

Ein Garten muss nicht innerhalb einer Saison vollständig umgestaltet werden. Häufig ist es praktikabler, zunächst besonders trockene oder pflegeintensive Bereiche zu betrachten und dort erste Veränderungen vorzunehmen. So kann aus einer wenig genutzten Rasenfläche ein Staudenbeet entstehen oder ein sonniger Randbereich mit trockenheitsverträglichen Kräutern bepflanzt werden.

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